Drainagesysteme
Ein Drainagesystem leitet überschüssiges Bodenwasser über geschlitzte Rohre ab, bevor es im Wurzelraum oder an der Kellerwand steht. Bei uns finden Sie das komplette System: Rohre ab Lager in DN 50 bis DN 80, Formstücke bis DN 200 und Schächte zum Spülen.
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Was ist ein Drainagesystem?
Ein Drainagesystem, im Bauwesen Dränung genannt, senkt den Wasserstand im Boden. Geschlitzte Rohre nehmen das Sickerwasser auf, führen es im Gefälle zu einem Sammelpunkt und von dort zum Vorfluter. Der Boden darüber bleibt begehbar und durchwurzelbar.
Der Unterschied zur Oberflächenentwässerung ist wichtig: Eine Rinne nimmt Wasser auf, das bereits auf der Oberfläche steht. Eine Dränung greift eine Ebene tiefer an und holt das Wasser aus dem Boden, bevor es oben ankommt.
Woran erkennen Sie, dass Sie eine Dränung brauchen?
- Nach Regen stehen Pfützen, die einen Tag oder länger bleiben.
- Der Rasen ist im Winter dauerhaft weich und wird beim Betreten matschig.
- Im Keller riecht es muffig, der Putz im Sockelbereich blüht aus.
- Pflanzen kümmern trotz guter Pflege, die Wurzeln stehen im Wasser.
- Ein Spatenstich zeigt in 40 bis 60 Zentimetern Tiefe eine verdichtete, nasse Schicht.
Ein einfacher Test: Graben Sie ein Loch von 60 Zentimetern Tiefe und füllen Sie es mit Wasser. Steht das Wasser nach 24 Stunden noch darin, staut der Boden.
Welche Dränung passt zu Ihrer Aufgabe?
| Aufgabe | Verlegung | Maßgebende Norm |
|---|---|---|
| Ringdränung am Gebäude | entlang des Fundaments, Rohrsohle mind. 20 cm unter dem Rohfußboden | DIN 4095 |
| Gartendränung, Rasen | parallele Stränge im Abstand von 3 bis 6 Metern, 60 bis 90 cm tief | DIN 4262-1 für die Rohre |
| Reitplatz, Paddock | enger Strangabstand unter der Tragschicht | DIN 4262-1 für die Rohre |
| Landwirtschaftliche Fläche | Flächendränung mit Sammler und Saugern | DIN 1185 |
Richtwerte aus der deutschen Praxis. Maßgebend sind DIN 4095 für die Gebäudedränung und DIN 4262-1 für Rohre und Formstücke.
In welcher Reihenfolge planen Sie?
- Vorfluter bestimmen. Wohin geht das Wasser? Graben, Rigole, Pumpenschacht oder Kanal. Ohne Tiefpunkt kein System.
- Trasse festlegen und das Gefälle prüfen, mindestens 0,5 Prozent zum Auslauf, in der Praxis 1 bis 2 Prozent.
- Boden ansehen. Die Korngröße entscheidet über die Filterummantelung.
- Nennweite wählen. Im Garten reichen DN 65 bis DN 80, Sammelleitungen werden größer.
- Formstücke zählen: je Verbindung eine Muffe, je Abzweig ein T-Stück, je Strangende eine Endkappe.
- Spülschacht einplanen, an jeder Richtungsänderung und spätestens alle 50 Meter.
Was kommt in den Graben?
Ein Dränrohr liegt nicht im blanken Erdreich. Unter das Rohr kommen 10 bis 15 Zentimeter Kies, darüber mindestens 10 Zentimeter. Bei bindigem Boden wird das Kiesbett zusätzlich in Filtervlies eingeschlagen, mit 20 bis 30 Zentimetern Überlappung.
Nach DIN 4095 muss die Dränschicht bei der Gebäudedränung filterfest sein, es dürfen also keine Bodenteilchen eingeschwemmt werden. Im Garten ist das nicht vorgeschrieben, technisch aber genauso nötig. Genau dafür sorgt entweder die Filterummantelung am Rohr oder die Kombination aus Kies und Vlies.
Das gehört dazu
Die Rohre finden Sie unter Drainagerohre, alle Verbinder und Abzweige unter Drainage-Zubehör. Für die Wartung gehört ein Drainageschacht ins System. Soll das Wasser versickern statt abzulaufen, kombinieren Sie die Dränung mit Sickerboxen und Rigolensystemen und einem Schlammsammler davor. Oberflächenwasser von befestigten Flächen fängt eine Böschungsrinne ab.
Häufige Fragen zu Drainagesystemen
Was gehört zu einem Drainagesystem?
Zu einem vollständigen Drainagesystem gehören das geschlitzte Dränrohr, eine Filterummantelung oder eine Kiesumhüllung, Formstücke für Verbindungen und Abzweige, mindestens ein Kontrollschacht zum Spülen und eine Ableitung zum Vorfluter, in eine Rigole oder in einen Pumpenschacht. Ohne Spülmöglichkeit ist ein System später nicht mehr zu warten.
Wie tief wird eine Gartendränung verlegt?
Im Garten liegt die Dränleitung üblicherweise 60 bis 90 Zentimeter tief. Entscheidend ist, dass die Rohrsohle unter dem Niveau liegt, das Sie trockenhalten wollen. An einem Gebäude gilt nach DIN 4095 zusätzlich, dass die Rohrsohle am Hochpunkt mindestens 20 Zentimeter unter der Oberkante des Rohfußbodens liegt.
Welches Gefälle braucht eine Dränleitung?
Nach DIN 4095 sind mindestens 0,5 Prozent gefordert, das entspricht 5 Millimetern pro Meter. In der Praxis bewähren sich 1 bis 2 Prozent. Mehr Gefälle ist selten machbar, weil die Leitung sonst am Auslauf zu tief liegt. Unter 0,5 Prozent setzt sich die Leitung mit Feinmaterial zu, weil das Wasser zu langsam fließt, um Schwebstoffe mitzunehmen.
Welchen Abstand haben die Dränstränge zueinander?
Im Garten liegen die Stränge üblicherweise 3 bis 6 Meter auseinander. Je bindiger der Boden, desto enger: In schwerem Lehm oder Ton entwässert ein Strang nur einen schmalen Streifen, in Sand einen deutlich breiteren. Bei einer Ringdränung um ein Gebäude entfällt die Frage, dort folgt die Leitung dem Fundament.
Darf ich Drainagewasser einfach ableiten?
Wer Drainagewasser in ein Gewässer einleitet oder versickern lässt, nutzt damit in aller Regel ein Gewässer im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes. Dafür ist nach § 8 WHG eine Erlaubnis oder Bewilligung nötig. Einzelne Bundesländer stellen die Versickerung von Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück frei. Was bei Ihnen gilt, sagen Ihnen Gemeinde und untere Wasserbehörde. Fragen Sie dort nach, bevor Sie den Graben ausheben.
Systemberatung vor dem ersten Spatenstich
Beschreiben Sie uns die Fläche, die Bodenart und wohin das Wasser soll. Wir sagen Ihnen, ob eine Flächendränung, eine Ringdränung oder eine Versickerung die richtige Lösung ist. Telefon +31 341 266 636, E-Mail info@irritech.de.