Sickerboxen und Rigolensysteme
Ein Rigolensystem ist ein unterirdischer Speicher aus Kunststoffboxen, der Regenwasser aufnimmt und langsam an den Boden abgibt. Die Boxen stellen rund 95 Prozent ihres Volumens als Hohlraum bereit.
Wir führen über 25 Ausführungen von 150 bis 1.300 Litern mit Anschlüssen in DN 125 und DN 175.
Was ist ein Rigolensystem?
Ein Rigolensystem besteht aus Kunststoffboxen, die im Erdreich zu einem Block zusammengesetzt und in Geotextil eingeschlagen werden. Der Block nimmt den Regen auf, der während eines Schauers anfällt, und gibt ihn über Stunden oder Tage an den umgebenden Boden ab.
Der Speicher verschiebt also nur den Zeitpunkt. Er macht aus einer Regenspitze, die kein Boden sofort aufnimmt, eine langsame Abgabe, mit der ein ausreichend durchlässiger Untergrund zurechtkommt.
Warum Boxen statt Kies?
| Merkmal | Sickerboxen | Kiesrigole |
|---|---|---|
| Nutzbarer Hohlraum | rund 95 Prozent | rund 30 Prozent |
| Aushub für 1.000 Liter Speicher | gut ein Kubikmeter | gut drei Kubikmeter |
| Einbau | Boxen setzen, in Vlies einschlagen | Kies einbauen und verdichten |
| Spätere Kontrolle | je nach Ausführung über Inspektionskanäle möglich | nur über ein eingelegtes Drainagerohr |
| Transport | stapelbar, leicht | schwer, Container nötig |
Richtwerte. Maßgebend für Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen ist das Arbeitsblatt DWA-A 138. Was auf Ihrem Grundstück erlaubt ist, sagen Ihnen Gemeinde und untere Wasserbehörde.
Welche Größe brauchen Sie?
Als Planungsregel gilt: Planen Sie je nach Bodenbeschaffenheit 10 bis 30 Liter Speichervolumen pro Quadratmeter angeschlossener Fläche ein. Unsere Boxen decken den Bereich von 150 bis 1.300 Litern ab, kombinierbar zu größeren Blöcken.
| Angeschlossene Fläche | Speicher bei durchlässigem Boden | Speicher bei bindigem Boden |
|---|---|---|
| 40 m² Garagendach | ab 400 Liter | bis 1.200 Liter |
| 80 m² Hausdachhälfte | ab 800 Liter | bis 2.400 Liter |
| 120 m² Dach plus Terrasse | ab 1.200 Liter | bis 3.600 Liter |
| 200 m² Dach und Zufahrt | ab 2.000 Liter | bis 6.000 Liter |
Wie bauen Sie ein Rigolensystem ein?
- Grube ausheben, allseitig etwa 20 Zentimeter größer als der geplante Boxenblock.
- Sohle abziehen und ein Kiesbett von rund zehn Zentimetern einbauen, waagerecht, nicht im Gefälle.
- Geotextil auslegen, großzügig über die Ränder hinaus, denn es muss den Block später oben schließen.
- Boxen setzen und verbinden, Reihe für Reihe, Anschlüsse dabei in Richtung Zulauf ausrichten.
- Zulauf und Entlüftung anschließen, bevor das Vlies geschlossen wird.
- Vlies umschlagen, mit mindestens 30 Zentimetern Überlappung, dann seitlich mit Kies verfüllen.
- Abdecken mit 20 bis 40 Zentimetern Boden im Garten. Unter befahrenen Flächen richtet sich die Überdeckung nach der Freigabe der Box, bei Pkw-Verkehr sind mindestens 80 Zentimeter die sichere Seite.
Was muss vor den Speicher?
Zwischen Fallrohr und Rigole gehört eine Vorbehandlung. Ohne sie landet alles, was vom Dach kommt, direkt im Boxenpaket: abgeschwemmte Bestreuung von Bitumenbahnen, Laubreste, Moos. Der Schlammsammler hält das zurück und lässt sich leeren, das Boxenpaket nicht.
Genauso wichtig ist die Be- und Entlüftung. Ein Speicher, der sich füllt, muss Luft loswerden, und beim Leerlaufen muss Luft nachkommen. Fehlt diese Möglichkeit, nimmt die Anlage das Wasser deutlich langsamer auf als geplant.
Das gehört dazu
Die einzelnen Boxen finden Sie unter Sickerboxen, die Umhüllung unter Geotextil-Vlies und den Übergang auf Ihr Rohr unter Anschlussadapter. Die Vorreinigung übernimmt der Schlammsammler, die Be- und Entlüftung der Entlüfter. Einen Überblick über die gesamte Abteilung gibt Regenwassernutzung und Versickerung.
Häufige Fragen zu Rigolensystemen
Was ist der Unterschied zwischen Rigole und Sickerbox?
Die Rigole ist die Anlage, die Sickerbox ist das Bauteil. Eine Rigole können Sie auch aus Grobkies bauen, dann stehen Ihnen aber nur etwa 30 Prozent des Aushubs als Speicher zur Verfügung. Sickerboxen liefern rund 95 Prozent. Für dasselbe Speichervolumen brauchen Sie mit Boxen also nur knapp ein Drittel des Erdaushubs.
Wie tief muss ich graben?
Rechnen Sie die Boxenhöhe plus die Überdeckung plus ein Kiesbett von etwa zehn Zentimetern unter dem Paket. Im Gartenbereich genügen 20 bis 40 Zentimeter Überdeckung. Liegt die Rigole unter einer Pkw-Einfahrt, brauchen Sie mindestens 80 Zentimeter, damit die Radlast verteilt wird. Nach unten gilt ein Meter Abstand zum mittleren höchsten Grundwasserstand.
Kann ich mehrere Boxen kombinieren?
Ja, das ist der Regelfall. Die Boxen werden neben- und übereinander zu einem Block gesetzt und untereinander verbunden. So bauen Sie aus Standardteilen genau das Volumen, das Ihre Fläche braucht. Achten Sie nur darauf, dass der gesamte Block lückenlos von Geotextil umschlossen ist und die Bahnen ausreichend überlappen.
Welchen Anschluss haben die Boxen?
Unsere Systeme sind für Anschlüsse in DN 125 und DN 175 ausgelegt. Welcher Durchmesser sinnvoll ist, hängt von der angeschlossenen Fläche und der Zahl der Fallrohre ab. Passende Übergänge auf Ihr vorhandenes Rohr finden Sie bei den Anschlussadaptern, die auch den Sprung auf DN 315 abdecken.
Wie lange hält ein Rigolensystem?
Der Kunststoffkörper selbst ist auf Jahrzehnte ausgelegt, er verrottet nicht und wird im Erdreich nicht angegriffen. Begrenzend ist fast immer die Vorreinigung. Wird der Schlammsammler regelmäßig geleert und das Dach sauber gehalten, läuft die Anlage sehr lange. Ohne Wartung setzt sich zuerst das Geotextil zu, und zwar von innen: Das Feinmaterial, das die Vorbehandlung nicht mehr zurückhält, lagert sich an der Innenseite ab.
Sagen Sie uns, was oben drüber liegen soll
Ob oben Rasen, Terrasse oder Einfahrt liegt, macht bei der Einbautiefe den größten Unterschied. Mit dieser Angabe und Ihrer Dachfläche stellen wir Ihnen die passende Kombination zusammen. Telefon +31 341 266 636, E-Mail info@irritech.de.