Drainagerohre
Ein Drainagerohr ist ein geschlitztes Wellrohr, das Sickerwasser aus dem Boden aufnimmt. Die Filterummantelung entscheidet darüber, ob es nach fünf Jahren noch arbeitet oder zugesetzt ist. Mit PP-Filter in drei Feinheiten, mit Kokos-Vollfilter oder ohne Ummantelung, ab Lager in DN 50 bis DN 80.
Was ist ein Drainagerohr?
Ein Drainagerohr, im Normtext Dränrohr oder Sickerrohr genannt, ist ein gewelltes Kunststoffrohr mit schmalen Schlitzen in der Wand. Durch diese Schlitze tritt Sickerwasser ein, im Inneren läuft es im Gefälle zum Auslauf. Übliche Schlitzbreiten liegen zwischen 0,8 und 1,4 Millimetern.
Die Wellenform ist kein Zierrat. Sie gibt dem Rohr Ringsteifigkeit, sodass es die Erdlast trägt, und sie erlaubt es, das Rohr als Rolle zu liefern und im Graben der Trasse folgen zu lassen. An denselben Wellen klemmen später die Formstücke.
Welcher Filter passt zu welchem Boden?
| Ausführung | Boden | Besonderheit |
|---|---|---|
| PP450 | Lehm, Ton, feinkörnige Böden | feinster Filter, hält feines Material zurück |
| PP700 | gemischte und wechselnde Böden, eisenockerhaltig | gröbere Fasern, verstopfen langsamer |
| PP1000 | Grobsand, Kies, kalkhaltige Böden | offenste Struktur, auch zur Baumbelüftung |
| Kokos | Sand und Moor | Naturfaser, leicht, ökologisch |
| ohne Filter | nur mit eigenem Kies- und Vliesbett | leichtestes Rohr, günstigster Preis |
Die Faustregel dahinter: Ein zu grober Filter lässt Feinmaterial ins Rohr, ein zu feiner Filter setzt sich von außen zu. Beides endet gleich, nämlich mit einer Leitung, die kein Wasser mehr führt.
Wie viel des Umfangs ist geschlitzt?
DIN 4262-1 teilt Rohre nach der Anordnung der Schlitze ein. Die Bezeichnung steht meist im Produktdatenblatt.
- Vollsickerrohr (TP): Schlitze über den gesamten Umfang, also 360 Grad. Maximale Wasseraufnahme, der Standard bei der Flächendränung.
- Teilsickerrohr (LP): geschlitzt auf etwa 220 Grad im oberen Bereich. Die ungeschlitzte Sohle führt das Wasser ab, ohne es wieder abzugeben.
- Mehrzweckrohr (MP): geschlitzt auf etwa 120 Grad, für Fälle mit geringer Wasseraufnahme.
- Vollwandrohr: ungeschlitzt, als reine Ableitung. Finden Sie unter Dränrohr ungelocht.
Welche Nennweite und welche Rollenlänge?
| Nennweite | Typischer Einsatz |
|---|---|
| DN 50 | kurze Stichleitungen, Hochbeete, Pflanzgruben |
| DN 60 und DN 65 | Gartendränung, Rasenflächen, Reitplatz |
| DN 80 | längere Stränge und Sammelleitungen im Garten |
| DN 100 und größer | Gebäudedränung nach DIN 4095, große Sammler |
Bemessen Sie die Rohrlänge großzügig. Ein Graben verläuft selten schnurgerade, und eine Muffe mitten im Strang ist eine Stelle mehr, an der sich etwas absetzen kann.
Richtwerte aus der deutschen Praxis. Maßgebend sind DIN 4095 für die Gebäudedränung und DIN 4262-1 für Rohre und Formstücke.
So verlegen Sie richtig
- Graben ausheben, Sohle auf gleichmäßiges Gefälle abziehen, mindestens 0,5 Prozent, in der Praxis 1 bis 2 Prozent.
- 10 bis 15 Zentimeter Kies einbringen und abziehen.
- Rohr abrollen, Schlitzung nach oben, falls Sie ein Teilsickerrohr verlegen.
- Rohr mit mindestens 10 Zentimetern Kies überdecken.
- Bei bindigem Boden das Kiesbett in Filtervlies einschlagen, 20 bis 30 Zentimeter Überlappung.
- Oberboden auffüllen und den Schachtdeckel geländebündig setzen.
Das gehört dazu
Verbindungen, Abzweige und Abschlüsse finden Sie unter Drainage-Zubehör, darunter die Drainage-Klickmuffe und das Drainage-T-Stück. Am Strangende sitzt eine Endkappe, am Tiefpunkt ein Drainageschacht. Für die Filterlage führen wir Geotextil-Vlies.
Häufige Fragen zu Drainagerohren
Welches Drainagerohr brauche ich für meinen Boden?
Die Regel ist einfach: Je feiner der Boden, desto feiner der Filter. In Lehm und Ton nehmen Sie PP450, in wechselnden oder eisenockerhaltigen Böden PP700, in Grobsand und Kies PP1000. Kokos passt zu Sand- und Moorböden. Ohne Filter verlegen Sie nur, wenn Sie selbst ein Kies- und Vliesbett aufbauen.
Was ist der Unterschied zwischen Teilsickerrohr und Vollsickerrohr?
Die Begriffe beschreiben, über wie viel des Umfangs geschlitzt ist. Beim Vollsickerrohr, in DIN 4262-1 als TP bezeichnet, liegen die Schlitze über die vollen 360 Grad. Beim Teilsickerrohr, dort LP, sind es rund 220 Grad im oberen Bereich. Das Mehrzweckrohr MP ist nur auf etwa 120 Grad geschlitzt.
Welche Nennweite ist die richtige?
Für eine Gartendränung reicht DN 65 bis DN 80 in aller Regel aus. DN 50 nehmen Sie für kurze Stichleitungen, größere Nennweiten für Sammelleitungen, an denen mehrere Stränge zusammenlaufen. Bei der Gebäudedränung nach DIN 4095 ist DN 100 der Regelfall, diese Nennweite liefern wir auf Anfrage.
Wie lange hält ein Drainagerohr?
Das Rohr selbst aus PE oder PP hält Jahrzehnte, Hersteller nennen 50 bis 80 Jahre. Begrenzend ist der Filter: PP-Ummantelungen halten über die Lebensdauer des Rohres durch, eine Kokosummantelung ist ein Naturprodukt und baut sich mit der Zeit ab.
Kann ich Rohre mit unterschiedlichem Filter kombinieren?
Ja. Die Rohre haben dieselbe Wellenform, deshalb passen Muffen, T-Stücke und Endkappen unabhängig vom Filter. Das ist praktisch, wenn eine Trasse durch zwei Bodenarten läuft: Sie legen im lehmigen Abschnitt PP450 und im sandigen Abschnitt PP1000 und verbinden beides mit derselben Muffe.
Welcher Filter passt bei Ihnen?
Nehmen Sie eine Handvoll feuchte Erde aus 60 Zentimetern Tiefe und beschreiben Sie uns, ob sie sich formen lässt oder zwischen den Fingern zerfällt. Danach empfehlen wir die Ummantelung. Telefon +31 341 266 636, E-Mail info@irritech.de.