Versickerungssysteme für Oberflächenwasser nehmen den Regen auf, der auf Zufahrten, Höfen und Terrassen anfällt, reinigen ihn vor und führen ihn dem Untergrund zu.
Dazu gehören Schlammsammler in 315 und 400 Millimeter sowie Entlüfter für den Luftaustausch.
Ein solches System besteht aus vier Schritten: Das Wasser wird auf der Fläche gefasst, in einer Leitung gesammelt, vorgereinigt und schließlich in einen Speicher geleitet, aus dem es in den Boden abgegeben wird.
Der dritte Schritt ist der, der am häufigsten fehlt. Ohne Vorbehandlung arbeitet die Anlage im ersten Jahr tadellos, nach einigen Jahren merklich schlechter, und irgendwann steht das Wasser im Zulauf, obwohl der Rigolenkörper rechnerisch groß genug ist. Rückgängig machen lässt sich das nicht.
| Schritt | Bauteil | Aufgabe |
|---|---|---|
| 1. Fassen | Hofablauf, Rinne oder Gefälle zur Fläche | Wasser aufnehmen |
| 2. Sammeln | Grundleitung in DN 110 oder DN 125 | zum Sammelpunkt führen |
| 3. Vorbehandeln | Schlammsammler in 315 oder 400 mm | Sand und Splitt absetzen |
| 4. Speichern und abgeben | Rigole aus Sickerboxen | Regenspitze puffern und das Wasser verzögert an den Untergrund abgeben |
Richtwerte. Maßgebend für Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen ist das Arbeitsblatt DWA-A 138. Was auf Ihrem Grundstück erlaubt ist, sagen Ihnen Gemeinde und untere Wasserbehörde.
Ein Boxenpaket lässt sich nicht reinigen. Alles, was einmal darin liegt, bleibt darin. Ein Schlammsammler dagegen hat einen Absetzraum unter dem Ablauf, aus dem Sie das Material herausholen können, bevor es weitergeht.
Deshalb entscheidet die Vorbehandlung über die Lebensdauer der gesamten Anlage. Zwei Kontrollen im Jahr, im Spätherbst nach dem Laubfall und im Frühjahr, genügen in den meisten Gärten.
Ein unterirdischer Speicher, der sich füllt, muss die verdrängte Luft irgendwo loswerden. Kann sie nicht entweichen, staut sie das Wasser und die Rigole nimmt weniger auf, als sie könnte. Beim Leerlaufen ist es umgekehrt: Es muss Luft nachströmen.
Eine Be- und Entlüftung gehört deshalb in jede Rigole, sofern nicht ohnehin ein Kontrollschacht mit belüfteter Abdeckung darauf sitzt. Der Auslass liegt rund 20 bis 30 Zentimeter über der Geländeoberkante, immer oberhalb der Höhe, bis zu der sich bei Starkregen Wasser auf der Fläche staut.
Die Vorbehandlung finden Sie unter Schlammsammler, den Luftaustausch unter Entlüfter. Der Speicher steht unter Sickerboxen und Rigolensysteme, die einzelnen Boxen unter Sickerboxen. Verbunden wird mit einem Anschlussadapter. Steht das Wasser dagegen im Boden statt darauf, sehen Sie sich die Drainagesysteme an.
Gemeint ist Niederschlagswasser, das auf befestigten Flächen anfällt und dort nicht versickern kann: Hof, Einfahrt, Zufahrt, Terrasse, Stellplatz. Umgangssprachlich heißt es Oberflächenwasser, im Regelwerk der DWA finden Sie es als Niederschlagswasser befestigter Flächen. Es unterscheidet sich vom Dachflächenwasser dadurch, dass es über den Boden läuft und dabei Sand, Splitt und Laub mitnimmt.
Weil es Feststoffe mitführt. Sand und Splitt von der Einfahrt würden ohne Vorbehandlung direkt in die Rigole gelangen, sich dort absetzen und den Speicher von innen füllen. Ein Schlammsammler fängt dieses Material in einem Absetzraum auf, aus dem Sie es entnehmen können. Aus einem Boxenpaket bekommen Sie es nicht mehr heraus.
Dachwasser ist deutlich sauberer und kommt konzentriert an wenigen Fallrohren an. Oberflächenwasser fällt verteilt auf einer Fläche an, muss erst gefasst werden und führt mehr Feststoffe mit. Die Versickerung selbst funktioniert bei beiden gleich, nur die Fassung und die Vorbehandlung unterscheiden sich.
Private Zufahrten, Stellplätze, Höfe und Terrassen lassen sich in der Regel versickern, sofern das Wasser gering belastet ist und eine Vorbehandlung vorgeschaltet ist. Flächen mit gewerblichem Fahrzeugverkehr und Werkstattzufahrten gehören nicht dazu, Waschplätze schon gar nicht: Deren Wasser gehört über einen Abscheider in die Schmutzwasserkanalisation. Die Einstufung der Flächen regelt das Merkblatt DWA-M 153, die Bemessung das Arbeitsblatt DWA-A 138.
Ja, das ist üblich, wenn beide Stränge unbelastet sind. Führen Sie sie in einer Grundleitung zusammen und leiten Sie diese über den Schlammsammler in den Rigolenkörper. Rechnen Sie dann aber auch beide Flächen zusammen, wenn Sie das Speichervolumen bestimmen. Eine Rigole, die nur für die Dachfläche bemessen wurde, läuft mit dem zusätzlichen Hofwasser schnell über.
Größe der befestigten Fläche, Belag und die Stelle, an der das Wasser heute stehen bleibt: Daraus bauen wir Ihnen eine Materialliste. Telefon +31 341 266 636, E-Mail info@irritech.de.
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