Schlammsammler
Ein Schlammsammler ist ein Schacht mit Absetzraum, der Sand und Splitt aus dem Regenwasser hält, bevor es in die Rigole läuft. Unsere Ausführungen messen 315 und 400 Millimeter im Durchmesser bei 87 Zentimetern Höhe. Zu- und Ablauf sind in DN 110 oder DN 125 ausgeführt.
Was ist ein Schlammsammler?
Ein Schlammsammler ist ein senkrechter Schacht, dessen Ablauf höher liegt als die Schachtsohle. Der Raum darunter ist der Absetzraum. Wasser, das langsamer wird, kann seine Feststoffe nicht mehr tragen, und genau das passiert hier: Sand und Splitt sinken ab, das Wasser läuft oben weiter.
Im Fachhandel heißt dasselbe Bauteil auch Schlammfang oder Sandfang. Wichtiger als der Name ist die Stelle, an der es sitzt: immer vor dem Speicher, nie dahinter.
Welche Ausführung passt zu Ihnen?
| Durchmesser | Höhe | Anschlüsse | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 315 mm | 87 cm | DN 110 oder DN 125 | ein Dach, mäßiger Feststoffanfall |
| 400 mm | 87 cm | DN 110 oder DN 125 | Dach plus Hof, Zufahrt mit Splitt |
Kommen mehrere Leitungen an, führen Sie diese vor dem Schlammsammler in einer Sammelleitung zusammen und schließen einmal an. Das ist die übliche Lösung, wenn zwei Fallrohre auf gegenüberliegenden Hausseiten sitzen.
Richtwerte. Maßgebend für Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen ist das Arbeitsblatt DWA-A 138. Was auf Ihrem Grundstück erlaubt ist, sagen Ihnen Gemeinde und untere Wasserbehörde.
Wo setzen Sie ihn hin?
- Tiefpunkt der Zuleitung bestimmen. Der Schlammsammler steht dort, wo alles zusammenläuft.
- Abstand zum Rigolenkörper kurz halten. Jeder zusätzliche Meter Leitung kostet Gefälle und damit Einbautiefe, und in langen, flach verlegten Strecken setzt sich Restmaterial in der Leitung ab.
- Zugänglichkeit prüfen. Wer ihn leeren soll, muss mit Eimer und Schaufel hinkommen.
- Höhe einmessen, Deckel bündig mit der Geländeoberkante.
- Sohle tragfähig herstellen, sonst sackt der Schacht ab und das Gefälle kippt.
- Vor dem Winter ausräumen. Im Absetzraum steht dauerhaft Wasser, ein zugefrorener Schacht blockiert den Zulauf.
- Zu- und Ablauf anschließen und seitlich lagenweise verfüllen.
Wie warten Sie ihn?
Öffnen Sie den Deckel und sehen Sie in den Absetzraum. Steht das Material höher als die halbe Tiefe unter dem Ablauf, wird es Zeit. Mit einem Eimer an einer Schnur oder einem Nasssauger bekommen Sie es heraus, ohne den Schacht auszubauen.
Was Sie dabei herausholen, ist eine nützliche Information: Viel Sand deutet auf abgeschwemmte Bestreuung der Dachbahnen hin, viel Laub auf ein fehlendes Laubfanggitter in der Dachrinne. Beides lässt sich oben an der Quelle einfacher beheben als unten im Schacht.
Was passiert ohne Vorbehandlung?
| Symptom | Häufigste Ursache |
|---|---|
| Rigole nimmt nach Jahren weniger auf | Feinmaterial hat sich im Rigolenkörper abgesetzt |
| Wasser steht im Zulauf | Absetzraum voll, Ablauf verdeckt |
| Geruch aus dem Schacht | Laub im Absetzraum, das anaerob abgebaut wird |
| Deckel liegt nach einem Winter schief | Sohle nicht tragfähig, Schacht hat sich gesetzt |
Das gehört dazu
Hinter dem Schlammsammler folgt der Speicher, also die Sickerboxen im Rigolensystem, eingeschlagen in Geotextil-Vlies. Angeschlossen wird mit einem Anschlussadapter, be- und entlüftet mit einem Entlüfter. Den Zusammenhang zeigt die Übersicht Versickerungssysteme für Oberflächenwasser.
Häufige Fragen zum Schlammsammler
Wozu dient ein Schlammsammler?
Er hält Feststoffe zurück, bevor sie in den Speicher gelangen. Unter dem Ablauf liegt ein Absetzraum, in dem sich Sand, Splitt und Feinmaterial sammeln. Das Wasser läuft oben darüber ab und geht sauber weiter in die Rigole. Ohne diesen Schritt füllt sich das Boxenpaket von innen, und das lässt sich nicht rückgängig machen.
Wie oft muss ich ihn leeren?
Zweimal jährlich nachsehen genügt in den meisten Gärten: einmal im Spätherbst nach dem Laubfall und einmal im Frühjahr. Ist der Absetzraum zu mehr als der Hälfte gefüllt, räumen Sie ihn aus. Diese Regel stammt aus der Abscheidertechnik und hat sich für Schlammfänge allgemein durchgesetzt, Vorgaben zu Betrieb und Wartung von Entwässerungsanlagen enthält DIN 1986-3. Bei einer Zufahrt mit Splittbelag kann ein kürzeres Intervall nötig sein.
Welche Größe brauche ich?
Wir führen die Durchmesser 315 und 400 Millimeter bei einer Höhe von 87 Zentimetern. Die größere Ausführung bietet mehr Absetzraum und muss damit seltener geleert werden. Für ein einzelnes Dach reicht meist 315 Millimeter, bei zusammengeführten Flächen oder einer Zufahrt mit viel Feinmaterial ist 400 Millimeter die ruhigere Wahl.
Wo wird der Schlammsammler eingebaut?
Zwischen dem letzten Sammelpunkt der Zuleitung und dem Speicher, also unmittelbar vor der Rigole. Setzen Sie ihn an eine Stelle, an die Sie später bequem herankommen, und nicht unter eine Terrasse oder einen Gartenweg. Der Deckel sollte bündig mit der Geländeoberkante liegen, damit er weder stört noch zuwächst.
Was ist der Unterschied zu einem Sinkkasten?
Ein Sinkkasten, auch Straßenablauf und auf dem Hof Hofablauf genannt, fasst das Wasser an der Oberfläche und ist mit einem Rost abgedeckt. Ein Schlammsammler sitzt in der Leitung und hat einen geschlossenen Deckel. In kleineren Anlagen übernimmt manchmal ein einziges Bauteil beide Aufgaben, in der Regel sind es aber zwei getrennte Punkte im System.
Wie viele Leitungen laufen bei Ihnen zusammen?
Sagen Sie uns, wie viele Leitungen ankommen und wie groß die angeschlossene Fläche ist. Daraus ergibt sich, ob 315 oder 400 Millimeter die richtige Wahl sind. Telefon +31 341 266 636, E-Mail info@irritech.de.